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Die Chirurgie ist eine „schneidende Disziplin“ und befasst sich als medizinisches Fachgebiet mit der Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch Einwirkungen auf den Körper des Patienten, indem vereinfacht ausgedrückt verletzte Körperteile wieder zusammengefügt oder genäht, kranke Organe vollständig (Ektomie) oder teilweise (Resektion) entfernt, verstopfte Organsysteme wieder „durchgängig gemacht“ oder neue Organe oder Prothesen implantiert werden. Weitere „operative Fächer“ sind die Frauenheilkunde, Ophthalmologie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Dermatologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie und Urologie. Wir als Fachanwälte für Medizinrecht vertreten Sie bei Arztfehlern und Fehlern bei Behandlungen im Krankenhaus.

Was Sie noch wissen sollten ...

Allgemeine und spezielle Chirurgie im Medizinrecht

Visceralchirurgie

Die auch Abdominalchirurgie genannte Viszeralchirurgie umfasst die operative Behandlung der Bauchorgane („Bauchchirurgie“), d.h. des gesamten Verdauungstraktes einschließlich der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, des Enddarmes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Milz.

Weiterhin zählt die operative Behandlung der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse sowie die Behandlung von Brüchen und die Transplantation von Bauchhöhlenorganen wie Leber, Niere, Pankreas und Dünndarm zur Viszeralchirurgie. Viszeralchirurgische Erkrankungen sind unter anderem akute Verletzungen, Tumore, Entzündungen und Fehlbildungen der genannten Organe.

Herz- & Gefäßchirurgie

Seit 1993 bildet die Herzchirurgie ein eigeneständiges Fachgebiet, das sich aus der allgemeinen Chirurgie mit dem Spezialgebiet Thorax- und Kardiovaskularchirurgie entwickelt hat. Die Herzchirurgie befasst sich mit der chirurgischen Behandlung von angeborenen und erworbenen Krankheiten und Verletzungen des Herzens und der herznahen Gefäße, so dass eine enge Verbindung zur Kardiologie und zur Gefäßchirurgie besteht.

Die Gefäßchirurgie umfasst die konservative, endovaskuläre oder operative Behandlung der Blutgefäße, häufig durch Anlegen von Gefäßbypässen bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder Protheseneinlage bei Aneurysmen. Zur Gefäßchirurgie gehört auch die operative Behandlung der das Gehirn versorgenden Gefäße bei Arteriosklerose zur Schlaganfallprophylaxe.

Daneben werden in der Gefäßchirurgie Shunts angelegt. Diese bezeichnen eine Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene, über die dann eine Dialyse durchgeführt wird. Nach der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer müssen die Fachärzte für Gefäßchirurgie auch „Operationen am Venensystem“ beherrschen. Die Phlebologie befasst sich als Zusatz-Weiterbildung mit den Beinvenen.

Thoraxchirurgie

Die Thoraxchirurgie umfasst die Prävention und Diagnostik einschließlich der instrumentellen Untersuchungsverfahren sowie postoperative Behandlung chirurgischer Erkrankungen und Fehlbildungen der Lunge, der Pleura, des Bronchialsystems, des Mediastinums und der Thoraxwand, insbesondere im Rahmen der Tumorbehandlung. Sie erfolgt zumeist als Thorakotomie, also mit Eröffnung des Thorax. Immer mehr an Bedeutung gewinnen videoassistierte minimalinvasive Operationstechniken wie die Thorakoskopie: Sie ermöglichen minimale Hautschnitte, die ein deutlich reduziertes operatives Trauma im Vergleich zu offenen Operationen hervorrufen.

Kinderchirurgie

Die Kinderchirurgie steht der Kinderheilkunde (Pädiatrie) sehr nah. Gleichwohl handelt es sich um ein eigenständiges Fach im Gebiet der Chirurgie, das die Diagnostik, operative und konservative Therapie wie Nachsorge von chirurgischen und urologischen Erkrankungen, Fehlbildungen, Organtumoren, Verletzungen und Unfallfolgen von Kindern umfasst.

Plastische, Ästhetische & Rekonstruktive Chirurgie

Die plastische Chirurgie zielt darauf ab, die Körperform und sichtbar gestörte Körperfunktionen wiederherzustellen oder zu verbessern, sei es aus funktionalen oder ästethischen bzw. kosmetischen Gründen, z.B. Brustvergrößerung.

Verlorengegangene Funktionen des Körpers oder Fehlbildungen werden „rekonstruiert“, also nach Möglichkeit wiederhergestellt. Typische Operationen sind Defektdeckungen durch Gewebeverschiebungen oder -verpflanzungen, Nervenverpflanzungen oder Sehnenumlagerungen. Wesentliche Grundlage für diese Maßnahmen ist heutzutage die Mikrochirurgie; rekonstruktive Maßnahmen in der plastischen Chirurgie sind seit über 1500 Jahren bekannt.

Minimal-Invasive Chirurgie

Endoskopische Eingriffe fanden in den 60-er Jahren Einzug in die Gynäkologie. In den 90-er Jahren entwickelte sich daraus die minimal-invasive Chirurgie. Dabei werden die Patienten mit Endoskopen operiert, die über Stichinzisionen eingeführt werden. Der Chirurg stellt das eigentliche Arbeitsfeld auf einem Bildschirm dar.

Es wird also nur ein vergleichsweise kleiner Hautschnitt (Schlüsselloch) benötigt. Bei der Durchführung wird heute auf Video- oder Röntgentechnik zurückgegriffen. Wird mit stark vergrößernden Sehhilfen (Operationsmikroskop) gearbeitet, spricht man von Mikrochirurgie.

Diese ermöglicht Schnitte und Nähte in sehr schwer zugänglichen Bereichen mit geringsten Abmessungen. Zum Einsatz kommt die Mikrochirurgie vor allem bei Eingriffen an kleinen Blutgefäßen, am Zentralnervensystem und bei peripheren Nerven, aber auch und vor allem in der Hals-Nasen-Ohren- und Augenchirurgie sowie in der Gynäkologie (z.B. bei Operationen an den Eileitern und den Eierstöcken).

Verbrennungschirurgie & Unfallchirurgie

Die Akut- und Intensivbehandlung von Verbrennungen werden in spezialisierten Verbrennungszentren durchgeführt. Dabei kommen vor allem Methoden der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz.

Die Unfallchirurgie befasst sich mit den operativen und konservativen Verfahren zur Wiederherstellung und Erhaltung der durch Unfälle beschädigten Strukturen (Organsystem und Bewegungsapparat) des Menschen. Verletzungen betreffen in erster Linie den Bewegungsapparat (das Skelett, die Muskeln, Bänder und Sehnen), aber auch Bauch- und Brustorgane, sowie das Gehirn und das Rückenmark.

Häufig geht es hier um Frakturen wie distale Radiusfraktur, Oberarmschaftfraktur, Oberschenkelhalsfraktur, pertrochantäre Femurfraktur und Sprunggelenkfrakturen. Bei den Bandverletzungen stechen die Außenbandruptur des oberen Sprunggelenkes, die Kreuzbandruptur, die Seitenbandruptur des Daumens und Schultereckgelenksverletzungen (Rotatorenmanschette, lange Bizepssehne, Sprengung nach Tossy und Bändersprengungen) hervor.

Orthopädie & Handchirurgie

Die Orthopädie befasst sich mit der Entstehung, Verhütung, Erkennung und Behandlung angeborener oder erworbener Form- oder Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates (der Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen) sowie mit der Rehabilitation. Die operative Orthopädie deckt sich zum Teil mit der Unfallchirurgie. Mittlerweile gibt es einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Die Handchirurgie stellt ein fächerübergreifendes Spezialgebiet der plastischen Chirurgie, der Unfallchirurgie und Othopädie dar. Hier geht es vor allem um die Behandlung von Verletzungen, Fehlbildungen und Erkrankungen der Hand und des Unterarms.

Neurochirurgie

Die Neurochirurgie wird strenggenommen weder der Chirurgie noch der Neurologie zugerechnet. Bei der eigenständigen Neurochirurgie geht es um die Erkennung und operative Behandlung von Erkrankungen, Fehlbildungen und (Folgen von) Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems, einschließlich der entsprechenden Voruntersuchungen, konservativen Behandlungsverfahren und Rehabilitation.

Die Anästhesie ist ein Teilgebiet der Anästhesiologie, wozu auch die Gebiete Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie teilweise die Notfallmedizin und Palliativmedizin gerechnet werden.
Die Formen der Anästhesie werden nach Wirkort und der Applikationsformen (inhalativ, intrabenös, infiltrativ etc.) unterschieden.
Als Lokal- und Regionalanästhesie („örtliche Betäubung“) bezeichnet man die örtliche Schmerzausschaltung im Bereich der Nervenbahnen ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Dies erfolgt entweder durch Medikamente (Lokalanästhetika), die direkt an den jeweiligen Wirkort injiziert werden, um Leitfähigkeit der Nerven für Nervenimpulse reversibel unterdrücken, damit der Patient bei dem folgenden Eingriff keine Schmerzen verspürt. Unterschieden wird zwischen der Oberflächenanästhesie und der Infiltrationsanästhesie. Bei den Regionalanästhesieverfahren bzw. Leitungsanästhesien wird ein reversibler „Leitungsblock“ durch die Unterbrechung der aus dem operativen Zielgebiet fortgeleiteten Schmerzreize, die das Gehirn nicht mehr erreichen, vorgenommen. Dies wird in rückenmarksnähe oder neuroaxial mit der Spinalanästhesie bzw. der Epiduralanästhesie erreicht. Möglich sind jedoch auch eine Vielzahl an peripheren Verfahren. Die intravenöse Regionalanästhesie, bei der Lokalanästhetikum in die venöse Blutbahn einer abgebundenen Extremität injiziert wird, ist eine Sonderform.
Die als „Vollnarkose“ bekannte Allgemeinanästhesie ermöglicht durch einen Angriff am Zentralen Nervensystem diagnostische und operative Eingriffe am Körper bei vollständiger Aufhebung des Bewsstseins und des Schmnerzerzempfindens.

  • Ist eine Operation die einzige Möglichkeit zur Behandlung meiner Erkrankung?
  • Welche Risiken gibt es?
  • Gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten, die keine Operation beinhalten, also schonender sind?
  • Was sind die Vorteile und was sind die Nachteile der Operation im Vergleich zu einer alternativen Behandlungsmethode ohne Operation?
  • Stellt die Operation nur einen Teil eines umfassenderen Therapiekonzeptes dar oder ist die Behandlung mit dem Eingriff beendet?
  • Welche Nachteile habe ich, wenn ich mich gegen die Operation entscheide?
  • Wie lange dauert der Eingriff etwa?
  • Was wird im Großen und Ganzen eigentlich gemacht?
  • Was ist, wenn der Eingriff erweitert werden muss?
  • Werde ich danach auf einer Intensivstation nachbehandelt werden oder komme ich zurück auf die Normalstation?
  • Ist bei der Operation mit einem erhöhten Blutverlust zu rechnen?
  • Ist mit der Übertragung von Blutprodukten zu rechnen und kann ich für die Operation mein eigenes Blut spenden?
  • Wie lange wird der Krankenhausaufenthalt nach der Operation in etwa dauern?
  • Gibt es nach der Operation bestimmte Verhaltensregeln, an die ich mich halten muss (z.B. Ernährung, Aufstehen etc.)?

Hinweis: Die – mündliche – Aufklärung über das Risiko, den Eingriff im Großen und Ganzen, über Behandlungsalternativen und das Verhalten nach dem Eingriff hat sich an der konkreten Behandlung des Patienten auszurichten, kann nicht verallgemeinert werden und kann auch nicht durch Forumulare oder Aufklärungsbögen ersetzt werden.

Ein wichtiges Ziel jeder Operation ist die folgenlose Ausheilung der entstandenen Wunde mit einer möglichst schmalen und wenig sichtbaren Narbe. Das möglichst günstige kosmetische Ergebnis der Narbenbildung bestimmt die Lage, Richtung und Länge des Hautschnittes. Darüber hinaus wird die Heilung der Wunde und das Entstehen einer möglichst „schönen“ Narbe vor allem durch die Vermeidung einer Wundinfektion und die Veranlagung des Patienten beeinflusst.

In den ersten Tagen nach der Operation werden die Wunden zum Schutz und zur Aufnahme von Wundsekret mit einem Verband abgedeckt. Allerdings kann es schon nach wenigen Tagen günstiger sein die Wunde nicht mehr abzudecken. Bevor Sie als Patient mit einer Operationswunde duschen oder baden gehen, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt auf der Station um Erlaubnis fragen. Die Anwendung spezieller Salben zur Verbesserung der Wundheilung und zur Ausbildung einer kosmetisch ansprechenderen Narbe hat sich nicht bewährt.
Einfache aber wirkungsvolle Maßnahmen zur Förderung der guten Narbenheilung sind:

  • in den ersten Wochen nach der Operation duschen, keine langen Vollbäder
  • die Narbe etwa 6 bis 9 Monate keiner langanhaltenden intensiven Sonneneinstrahlung aussetzen
  • die Narbe nach Abschluss der Wundheilung und Entfernung der Hautnähte täglich einmal mit einer leicht nachfettenden Hautcreme eincremen.

Jeder operative Eingriff geht mit einem Risiko einher. Einen vollkommen risikofreien Eingriff gibt es leider nicht, da jede Operation mit einer Störung der normalen Körperfunktionen verbunden ist, und sei es „nur“ durch die Narkose („Anästhesierisiko“).

Generell ist das Risiko bei jungen, gesunden Patienten und kleinen oberflächlichen Operationen (z.B. Entfernung einer Fettgewebsgeschwulst unmittelbar unter der Bauchhaut) am geringsten. Mit zunehmendem Alter, einer größeren Anzahl von Begleiterkrankungen (z.B. Herzmuskeldurchblutungsstörungen, Zuckerkrankheit, Leberschaden o.ä.) nimmt das Risiko der Operation zu. Schließlich gehen größere Operationen, wie zum Beispiel die Entfernung der Speiseröhre oder der Bauchspeicheldrüse bei Krebserkrankungen, mit einer höheren Komplikationshäufigkeit einher. Einzelne Operationen haben eigene spezielle Risiken oder Komplikationsmöglichkeiten, die in den jeweiligen Organkapiteln besprochen werden. Darüber hinaus gibt es aber Risiken und Komplikationsmöglichkeiten, die bei jeder Operation eintreten können. Zu diesen generellen Risiken gehören unter anderen: die Blutung, die Wundinfektion, die Herz-Kreislaufstörungen, die Thrombose und Lungenembolie, die Lungenentzündung, die Blasenentzündung und die Schädigung von Nerven.

Blutung

Bei jeder Operation werden Blutgefäße eröffnet und vom Operateur mit elektrischem Strom, Ultraschall oder Laser verschweißt oder durch Gefäßnähte verschlossen. Diese Blutstillung wird mit größter Sorgfalt durchgeführt. Dennoch kann es bei jedem Eingriff nach Ende der Operation zu einer Nachblutung kommen. Die Nachblutung kann sofort nach der Operation auftreten, manchmal öffnen sich zunächst verschlossene Blutgefäße aber auch erst nach mehreren Tagen. Diese Nachblutung kann unbemerkt verlaufen, sie kann zu sichtbaren Blutergüssen führen oder bei größeren Blutverlusten eine Störung der Herz- und Kreislauffunktion verursachen. In seltenen Fällen ist daher die Gabe von Blutprodukten oder auch die erneute Eröffnung der Operationswunde und die erneute Blutstillung in einer zweiten Operation erforderlich. Das Risiko einer Blutung steigt mit zunehmender Ausdehnung der Operation, es kann aber auch durch Begleiterkrankungen wie Leberschäden oder Gerinnungsstörungen steigen.

Wundinfektion

Trotz aller Sorgfalt bei der Operation, strengster Hygienevorschriften im Operationssaal und der vorbeugenden Anwendung von Antibiotika können bei jeder Operation unbemerkt Bakterien in die Wunde oder eine eröffnete Körperhöhle gelangen und dort eine Infektion hervorrufen. Diese Infektion führt typischerweise zu Schmerzen, Rötung und Schwellung im Bereich der Wunde. Die Zeichen der Entzündung können oft auch im Blut festgestellt werden. Allerdings kann eine Infektion zunächst aber auch unbemerkt verlaufen, und erst durch den Austritt von Eiter aus der Wunde bemerkt werden. Die meisten Wundinfektionen sind Gott sei Dank nicht gefährlich, sie bedeuten aber für den Patienten eine erhebliche Belästigung und führen zu einer Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes. Wenn unter einer Wunde eine Entzündung mit einer Eiteransammlung vermutet wird, muss dieser Eiter abgelassen werden. Dies kann unter Umständen eine erneute Operation erfordern. Danach werden spezielle Verbände oder regelmäßige Wundspülungen und Verbände zur Behandlung eingesetzt.

Herz-Kreislaufstörungen

Jeder operative Eingriff stellt eine Belastung für die Herz- und Kreislauffunktion dar. Diese Belastung setzt sich aus der meist geringen Belastung durch die Narkose und die Belastung durch den operativen Eingriff zusammen. Bei einer kleinen Operation, wie der Versorgung eines Leistenbruchs in lokaler Betäubung, ist das Risiko einer Herz-Kreislaufstörung zum Beispiel sehr gering. Dagegen gehen größere Eingriffe, wie zum Beispiel der Ersatz der Bauchschlagader mit einer Unterbrechung des Blutstroms in die untere Körperhälfte mit einer wesentlich höheren Herz-Kreislaufbelastung einher. Auch wenn der Patient den unmittelbaren Eingriff zunächst gut überstanden hat, können die Belastungen der postoperativen Phase oder andere Komplikationen (z.B. größere Nachblutungen) zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Herz-Kreislauffunktion führen. Gefährdet sind erneut besonders ältere Patienten mit Vorerkrankungen wie Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, hohem Blutdruck o.ä.. Zur Vermeidung, frühzeitigen Erkennung und effektiven Behandlung einer Herz-Kreislaufstörung werden Patienten mit schweren Eingriffen oder mit wichtigen Begleiterkrankungen nach der Operation auf einer speziellen chirurgischen Intensivstation beobachtet und behandelt.

Lungenentzündung

Lungenentzündungen treten insbesondere nach Operationen in der Bauch- oder Brusthöhle auf. Sie werden aber auch bei älteren Patienten mit Knochenbrüchen (z.B. Oberschenkelhalsbruch) beobachtet. Ursache der Lungenentzündungen ist die flache Atmung und die fehlende Bewegung der Patienten nach größeren Operationen. Postoperative Schmerzen können die Atembewegungen des Brustkorbs stören und so die Entstehung von Lungenentzündungen fördern. Zur Vermeidung von Lungenentzündungen werden die Patienten nach einer Operation so rasch wie möglich aus dem Bett mobilisiert. Zudem werden vor und nach der Operation spezielle Atemübungen durchgeführt, mit denen die Entstehung von Lungenentzündungen vermieden werden können. Eine aufgetretene Lungenentzündung wird durch Mobilisation, Atemübungen, Inhalation und Antibiotika behandelt.

Blasenentzündung

Nach operativen Eingriffen im Unterbauch oder im Becken kann die Blasenfunktion gestört sein. Eine gestörte Blasenfunktion kann aber auch nach anderen Operationen auftreten. Gefährdet sind dabei vor allem Frauen und ältere Männer mit vorbestehenden Harnentleerungsstörungen. Zeichen der Blasenentzündung sind häufiges Lassen kleiner Urinmengen mit gleichzeitigem Brennen beim Wasserlassen. Behandelt werden Blasenentzündungen durch eine Steigerung der Flüssigkeitsaufname und Antibiotika.

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